| Anzeigenkurier vom 11.3.09:
Ach, die Liebe...
Wer am 5.März die Treppe zum Ausstellungsraum vom Café Scheune hochstieg, wurde von einem bezaubernden Panorama empfangen. Die in Kerzenlicht getauchte Dekoration von der Künstlerin Henny Krasemann machte das Thema spürbar: ihre Kunstwerke, von Schleiern verhüllt, ließen Bilder von hoher Erotik durchschimmern, ein altes, gemütliches Sofa, eine Staffelei und immer wieder Kerzen versetzten die zahlreichen Gäste in gespannte Erwartung. Als die zwei Künstlerinnen erschienen, fingen sie das Publikum nicht nur durch ihr Erscheinen: rote Knäuel flogen durch den Raum, deren Fäden spannen sich zwischen den Zuschauern, verdichteten die Atmosphäre, brachten die Menschen einander näher. Und so begann der Dialog: die Künstlerin Henny malte die Erzählerin Grete, die Erzählerin erzählte der Malerin und dem Publikum. Im Wechsel rezitierten und sangen, seufzten und kicherten sie über die Liebe, über die körperliche Sehnsucht und manchmal zeugte auch ein deftiges Wort von den Enttäuschungen, die die Liebe mit sich bringt. Das Publikum ließ sich bald nach jeder einzelnen Darbietung zu Lachern, Mitseufzern und Applaus hinreißen und die zwei Künstlerinnen belohnten mit herrlichen, witzigen Zugaben. Und dabei hatten sie ihre Trümpfe nicht einmal ausgespielt. Im Nachhinein stellte sich erst heraus, dass die inzwischen enthüllten expressiven Kunstwerke von Henny Krasemann und ein Teil der erotischen Texte aus der Feder von Grete Innig selbst stammten.
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